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23. Februar 2009 PDF 
Donnerstag, den 05. März 2009 um 16:38 Uhr

Nagelkreuz und Theodor-Heuss-Gymnasium - gemeinsamer Blick in die Vergangenheit

Gemeinschaftsausstellung zum 23. Februar im Neuen Rathaus Pforzheim

Ein Zeichen für Versöhnung und Frieden war die zweisprachige Ausstellung "Leben der Menschen im Zweiten Weltkrieg - Die Pforzheimer Zivilbevölkerung 1939 bis 1945 im Neuen Pforzheimer Rathaus, die aus einer Zusammenarbeit des Nagelkreuzzentrums Pforzheim und des Theodor-Heuss-Gymnasiums zum 23. Februar, dem Gedenktag der Zerstörung Pforzheims, hervorgegangen ist.

Die Tafelausstellung resultiert aus einem Geschichtsprojekt von Zehnt- und Zwölfklässlern, das das Theodor-Heuss-Gymnasium und die Howell's School Llandaff aus der walisischen Hauptstadt Cardiff ("Die Partnerschule für Europa") jeweils aus ihrer Perspektive erarbeiteten. Beide Städte waren im Zweiten Weltkrieg Ziele des gegnerischen Bombardements geworden.

"Ich bin überzeugt, dass Projekte dieser Art wie die Versöhnungsarbeit der Nagelkreuzbewegung zukunftsweisende Mittel sind, um sowohl aus der Vergangenheit zu lernen als auch für Gegenwart und Zukunft breite Kreise der Bevölkerung zu sensibilisieren und das Bewusstsein zu schärfen", sagte Oberbürgermeisterin Christel Augenstein zur Ausstellungseröffnung.

Gerade als "Partnerschule für Europa" mit bilingualer deutsch- englischer Abteilung sehe sich das Theodor-Heuss-Gymnasium insbesondere der europäischen Idee und der Völkerverständigung verpflichtet, führte Oberstudiendirektor Udo Kromer aus, und so sei die Versöhnungsidee der Nagelkreuzgemeinschaft zur Leitidee dieses deutsch- britischen Schulprojektes geworden, einer Leitidee, die durch den Besuch der zerstörten und der neuen Kathedrale von Coventry, von wo die Nagelkreuzbewegung ausgegangen sei, untermauert worden sei.

Für die umfangreiche, überaus qualitätvolle Tafelausstellung wurden unter der Leitung von Oberstudienrätin Heike Reifurth und mit Unterstützung des Stadtarchivs Quellen wie Zeitungsartikel, Tagebucheinträge und Briefe ausgewertet, Zeitzeugen befragt und anschließend die wichtigsten Quellen und Ergebnisse zur Präsentation ins Englische übersetzt. Außerdem wurden Bilder des Besuchs in Cardiff, wo die Ausstellung im September 2008 zu sehen war, und in der Kathedrale von Coventry in die Gesamtschau aufgenommen.

Gleichzeitig und in den Ausstellungsrahmen integriert wurde, wie im vergangenen Jahr, das Nagelkreuz des Nagelkreuzzentrums Pforzheim mit entsprechenden Informationen öffentlich präsentiert. In absehbarer Zeit soll Pforzheim, wie Roland Ganninger, Leiter des Nagelkreuzzentrums Pforzheim, berichtete, ein "Wandernagelkreuz" nach Würzburger Vorbild erhalten, um den Wünschen evangelischer und katholischer Gemeinden und Institutionen auf zeitweilige Präsenz nachzukommen. Ganninger schloss seine Rede zur Ausstellungseröffnung mit der Wiederholung seiner Anregung vom Vorjahr, wenigstens an einer Schautafel zur Zerstörung Pforzheims ("Dieser Anblick bot sich hier nach dem 23. Februar 1946") eine Tafel mit der im November 1940 zerstörten Kathedrale von Coventry aufzustellen mit der Aufschrift: "Dieser Anblick bot sich in Coventry nach dem 14. November 1940" und erinnerte an den Leitsatz "Erinnerung bewahren - Versöhnung leben".

 

THG-Ausstellung-Nagelkreuz.jpg
Großer Andrang herrschte bei der Eröffnung der Ausstellung "Das Leben der Menschen im Zweiten Weltkrieg", einer Co-Produktion des Theodor-Heuss-Gymnasiums mit dem Nagelkreuzzentrum Pforzheim
Dieser-Anblick-Tafel-2008.jpg
Diese Tafeln zur Erinnerung an die Zerstörung Pforzheims stehen in der Zeit des Gedenktages an vielen Stellen im Innenstadtbereich mit dem Hinweis "Dieser Anblick bot sich hier nach dem 23. Februar 1945"

 

 
 
 

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