| Zeichen der Versöhnung - das Nagelkreuz zu Gast im Rathaus Pforzheim |
| Samstag, den 23. Februar 2008 um 12:14 Uhr |
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Mit freundlicher Genehmigung der Pforzheimer Zeitung, Ausgabe vom 22. Februar 2008 Symbol für alle sichtbar Nagelkreuz als Leihgabe: Prozession von der Stadtkirche ins Rathaus PZ-Redakteur OLAF LORCH PFORZHEIM. Das Nagelkreuzvon Coventry ist gestern feierlich von der Stadtkirche ins Neue Rathaus getragen worden. Dort wird es zwei Wochen lang in einer Vitrine im Foyer ausgestellt - als Symbol der Versöhnung, des Friedens, der Feindesliebe und der Bewahrung der Schöpfung. Rund zwei Dutzend Gläubige hatten das Geschenk aus Coventry in einer ökumenischen Prozession vom anderen Enzufer in die Innenstadt gebracht - ins Herz einer Stadt, die vor 63 Jahren ebenso in Schutt und Asche verwandelt worden war wie im November 1940 die englische Stadt Coventry durch deutsche Bomberverbände. Roland Ganninger, Kirchenältester der Stadtkirche, regte sowohl bei der Verabschiedung des Kreuzes, das aus drei großen Nägeln und einem Originalstein aus der alten, zerstörten Kathedrale von Coventry stammt, als auch im Rathaus an, die Erinnerungstafeln im Stadtbild um solche Fotos aus Coventry zu ergänzen. ......................................................................................................................................................... "Alle haben gesündigt und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten. Darum lasst uns beten: Vater, vergib." Aus der Versöhnungslitanei von Coventry ......................................................................................................................................................... Seit seiner Formulierung 1959 ist das Gebet "Father forgive - Vater vergib" Tradition bei den Nagelkreuzgemeinschaften. Es steht auch auf einer Tafel an der Huchenfelder Kirche. Die dortige Gemeinde erhielt 1992 das Nagelkreuz aus der englischen Stadt wegen der Versöhnungsarbeit vor dem Hintergrund der Ermordung fünf britischer Gefangener im Jahr 1945. Nicht von ungefähr nahm neben dem zukünftigen Stadtkirchenpfarrer Hans Gölz-Eisinger und Dekan Hendrik Stössel auch der Huchenfelder Pfarrer Jörg Geißler am Gottesdienst der besonderen Art teil. Zuvor hatten Ganninger und Stössel die Große Versöhnungskerze entzündet, die für die Dauer von zwei Wochen den Platz einnehmen wird, an dem seit dem 23. Februar 2005 das Nagelkreuz aus Coventry steht. Es war, erinnerte Christel Augenstein, vor drei Jahren anlässlich des 60. Jahrestags der Bombardierung Pforzheims in einer bewegenden Prozession von der Schlosskirche zur Stadtkirche getragen worden. Das Nagelkreuzzentrum Pforzheim, so Ganninger, habe sich damit" in geschwisterlicher Verbundenheit" mit allen Nagelkreuzgemeinschaften in Deutschland - und der Welt verpflichtet, den Versöhnungsgedanken weiterzutragen und zu vertiefen. An jedem letzten Freitag im Monat werde um 12 Uhr wie an vielen Orten der Welt eine entsprechende Andacht gehalten, an deren Ende die "Versöhnungslitanei von Coventry" steht. Erinnerung und Versöhnung Ganninger zitierte in seiner kurzen Ansprache die Würzburger Oberbürgermeisterin Pia Beckmann. Diese hatte im März vergangenen Jahres (anlässlich des Würzburger Gedenktages der Zerstörung der Stadt) von der "Erinnerung als Geheimnis der Versöhnung" gesprochen. Ganninger bedauerte, dass aufgrund des Zeitplans keine Jugendlichen an der feierlichen Überreichnung der Stadtkirchen-Leihgabe hätten teilnehmen können. Gleichwohl ist auch die jüngere Generation in die Friedensarbeit involviert: Nach Pfingsten wird die Jugendkantorei Pforzheim nach Coventry reisen und zwischen Huchenfeld und der walisischen Stadt LLanbedr gibt es einen regen Schüleraustausch.
PLATZHALTERIN für das Nagelkreuz: Die Große Versöhnungskerze des Nagelkreuzzentrums an der Evang. Stadtkirche Pforzheim
PROZESSION INS RATHAUS: Roland Ganninger (Mitte), flankiert von Pfarrer Jörg Geißler (links) und Pfarrer Hans Gölz-Eisinger, hält das Nagelkreuz in den Händen.
DAS NAGELKREUZ, internationales Symbol für Versöhnung, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, wird bis 10. März in einer Vitrine im Rathaus zu sehen sein. Roland Ganninger übergibt es an OB Christel Augenstein Fotos (2,3): Wacker |


